
In Hamburg, verborgen zwischen unzähligen Anzeigen bei Kleinanzeigen, wartete ein VW Käfer auf seine zweite Chance. Seit 45 Jahren war er abgemeldet, stillstehend in einer Halle mit 26 Oldtimern, die geräumt werden musste. Damit begann für den Käfer ein neues Kapitel – und für mich eine Reise voller Geduld und Herzblut.
Zwei Jahre lang wurde restauriert, geschraubt und aufgearbeitet. Vieles an dem Sparkäfer von 1970 mit 1200 Hubraum und 6-Volt-Technik ist bis heute original. Besonders wichtig war mir, ihn wieder in seine ursprüngliche Farbe zurückzubringen: Pastellweiß, so wie er einst das Werk verlassen hatte.
Doch die Zeit drängte. Ich wollte unbedingt, dass mein Vater noch mit mir in diesem Käfer fahren konnte. Er war sehr krank, hatte früher selbst viele VW Käfer repariert und gefahren – dieses Auto bedeutete ihm viel. Also wurde jede freie Minute genutzt, jedes Detail vorangetrieben, immer mit diesem einen Ziel vor Augen.
Und tatsächlich: Wir haben es geschafft. Eine gemeinsame Fahrt in meinem VW Käfer. Ein ruhiger Moment, voller Erinnerungen, Motorengeräusch und einem Lächeln, das mehr sagte als viele Worte.

Kurz darauf ist mein Vater verstorben – doch diese Fahrt bleibt.
Beim zweiten Oldtimertreffen ergab sich eine weitere besondere Begegnung. Ein Besucher bot mir einen Nachläufer an, der perfekt zu meinem Käfer passte. Er stellte nur eine Bedingung: Ich dürfe ihn nicht weiterverkaufen und solle das Gespann im nächsten Jahr auf demselben Treffen wieder zeigen. Dieses Versprechen habe ich gehalten – und seine Begeisterung beim Wiedersehen sprach für sich.
Heute, nach drei Jahren, ist dieser VW Käfer mehr als ein Oldtimer. Er ist Erinnerung, Verbindung und Geschichte auf Rädern. Ein Auto, das Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbindet – und einen Platz im Herzen für immer behalten wird. 🤍🚗

